Rückschläge machen Storys glaubwürdig, aber...

Reto hört den Ruf des Abenteuers, feiert erste Erfolge, scheitert und fällt in die tiefste Höhle. Nach Kämpfen und Wandlungen findet er am Ende doch das Elixier.
Filmreif.
Reto ist Konstrukteur, ein Magier seines Fachs. Sein Lebenslauf ist eine 12-stufige Heldenreise nach Joseph Campbell. Filmreif. Et voilà: Ich musste die Geschichte nur schönschreiben, um Reto zum nächsten Steve Jobs zu machen. Dachte ich. Doch es kam anders.
Tiefpunkt.
Reto strich die Rückschläge: das abgebrochene Studium, den treulosen Geschäftspartner. Das las sich dann ungefähr so: Reto hört den Ruf des Abenteuers, feiert erste Erfolge, lernt dazu, feiert weitere Erfolge und wird zum Meister seines Fachs. Als hätte er alles aus dem Ärmel geschüttelt. Ohne Schmerz, ohne Trauer oder Ohnmacht. Die schwierigen Phasen seien zu persönlich, begründete Reto.
Diskussion.
Also haben wir Freunde und ChatGPT gefragt. Die Freunde waren tief berührt, fanden die Geschichte glaubwürdig aber übersahen ein Aktions-Angebot. ChatGPT urteilte: «Die Version mit Rückschlägen bietet mehr emotionales Involvement, stärkere Identifikation und eine klassische narrative Struktur. Für Markenkommunikation ist das besonders wirkungsvoll – sofern die Tiefpunkte authentisch, aber nicht überdramatisiert dargestellt sind.»
Lösung.
Darauf haben wir statt die Tiefen ganz zu umschiffen, die dramatischen Spitzen gekappt. Mit schwächeren Verben und schonenden Adjektiven blieb die Geschichte eindringlich - und das Aktions-Angebot in Erinnerung. So habe ich gelernt, Emotionen dosiert einzusetzen.
Die Psychologie erklärt.
Während der Protagonist zerschmettert am Boden liegt, schwankt er zwischen liegenbleiben und aufrappeln. Für das Publikum ist das spannend. Im Happy End erkennt es den Helden. Die durchlebten Tiefen machen ihn menschlich und die Geschichte glaubwürdig. Doch im Marketing führen zu viel Spannung und zu viel Angst dazu, dass der Markenname übersehen wird.
Bleiben Sie authentisch
Was wir sehen, hören, riechen und fühlen, kann keine KI authentisch erzählen. Sie hat es nicht miterlebt. Ich nutze KI als zeitsparendes Werkzeug, nicht als Schöpferin. Das Resultat bleibt Storytelling, das Spannung gezielt aufbaut, authentisch wirkt und Menschen ins Zentrum rückt.
Jedes erste Gespräch ist kostenlos.
